Die niederländische Geflügelwirtschaft arbeitet mit Hochdruck an der weiteren Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes in der Masthähnchenhaltung. Im Mittelpunkt der Aktivitäten steht die sogenannte Lenkungsgruppe Geflügelsektor und Volksgesundheit. Vertreter des Niederländischen Ministeriums für Wirtschaft, Landwirtschaft und Innovation, des Gesundheitsministeriums und des Geflügelsektors sowie Wissenschaftler haben einen dreistufigen Plan erarbeitet, mit dem die gesteckten Ziele erreicht werden sollen. Bereits im kommenden Jahr will die Branche den Gebrauch solcher Mittel im Vergleich zu 2009 um 50 Prozent verringert haben.
Um dies zu erreichen, hat der Geflügelsektor eine Reihe von weitreichenden Maßnahmen ergriffen. So registrieren Geflügelhalter und ihre Veterinäre, deren Zusammenarbeit entsprechend langfristig angelegt ist, den Einsatz von Antibiotika. Die Daten werden an eine zentrale Datenbank übermittelt. Mittlerweile liegen diese Informationen von fast allen niederländischen Masthähnchenbeständen vor. Außerdem haben Experten ein Benchmarking entwickelt, mit dem sich Unterschiede bei der Verwendung dieser Mittel beispielsweise zwischen Betrieben oder Regionen ermitteln lassen. Später sollen dann in der zweiten Stufe des Aktionsplans bestimmte Antibiotika für die Behandlung von Masthähnchenbeständen ausgeschlossen, in einem weiteren Schritt die antibiotikafreie Produktion umgesetzt werden.
Im letzten Schritt schließlich will sich der Sektor eingehend mit dem Thema ESBL beschäftigen. ESBL steht für Extended-spectrum Beta-Lactamase und bezeichnet Enzyme, die bestimmte Antibiotika verändern und damit unwirksam machen. Die Lenkungsgruppe hat hierfür einen speziellen Arbeitskreis gegründet, der im Januar erstmals tagte.