Rückverfolgbarkeit und Qualität gewährleistet
Die Integrierte Kettenüberwachung, kurz IKB, ist das landesweit einheitliche Qualitätssicherungs-System in den Niederlanden. Es sorgt für die Rückverfolgbarkeit und Qualität des niederländischen Hähnchenfleisches.
Bereits 1992 wurde das erste IKB-Zertifikat von der niederländischen Wirtschaftsgruppe für Geflügel und Eier (PPE) im Geflügelfleischsektor vergeben. Seitdem haben sich fast 1.600 Unternehmen in der Geflügelwirtschaft in den Niederlanden, Europa und Amerika den Regelungen des Systems angeschlossen. Die stetig steigende Zahl der Mitgliedsunternehmen sowie die Qualität des Hähnchenfleisches bestätigen, dass die Integrierte Kettenüberwachung erfolgreich funktioniert.
1 Lückenloses System
Die Integrierte Kettenüberwachung ist ein Qualitätssicherungssystem, das eine hochwertige, verantwortungsvolle Produktionsweise gewährleistet. Es umfasst lückenlos die gesamte Produktionskette von den Zuchtbetrieben über die Mästereien bis zu den Schlacht- und Zerlegungsbetrieben. Darüber hinaus sind Futterlieferanten und Tierärzte in das System integriert, seit Anfang 2001 auch die Geflügel-Service-Betriebe: Sie übernehmen im Auftrag von Landwirten und Schlachtereien Dienstleistungen wie etwa das Impfen von Tieren sowie Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten. Ziel der eigens für den Service-Bereich "IKB-PSB 2007" (Pluimvee Service Bedrijven, PSB) ist die weitere Eindämmung von Tierkrankheiten und Verbesserung der Hygienesituation in Geflügelställen.
2 Transparenz für hohe Sicherheit
Bei IKB-zertifizierten Betrieben ist die Rückverfolgbarkeit der Produkte bis zu ihrem Ursprung gewährleistet. Denn die Dokumentation aller an der Produktion beteiligten Unternehmen ist dank moderner EDV-Vernetzung transparent und lückenlos. Dabei werden u.a. Daten über die tierärztlichen Untersuchungen sowie die streng kontrollierte Medikamentenvergabe ausgetauscht. Diese Transparenz sorgt für eine hohe Produktsicherheit. Treten in einem Glied der Kette Mängel auf, ist die Fehlerquelle schnell erkannt und kann umgehend zielgerecht behoben werden.
3 Strenge Anforderungen
Die IKB-Bestimmungen sind streng. Sie konzentrieren sich auf die Ausstattung, die Hygiene und das Management der Betriebe. So ist zum Beispiel nach jedem Mastdurchgang eine gründliche Reinigung und Desinfektion der Stallungen Pflicht. Auch müssen die Mitarbeiter pro Stall separate Schutzkleidung und spezielles Schuhwerk tragen. Die Betriebsleiter sind dazu verpflichtet, sich in Sachen Qualitätssicherung ständig weiterzubilden. Ein Verstoß gegen die IKB-Regeln führt zum sofortigen Entzug des Zertifikats.
4 Intensive Kontrollen unabhängiger Prüfer
Neben den betriebseigenen Qualitätskontrollen überprüfen unabhängige Instanzen die Einhaltung der IKB-Normen. Diese sind:
Isacert
Indas
5 Beteiligung
Die Teilnahme am IKB-System ist für die Betriebe grundsätzlich freiwillig. Durch die Informationsvernetzung und Lieferverbindungen üben die Teilnehmer untereinander jedoch einen Beteiligungsdruck aus. Nur wer IKB-Mitglied ist, ist heutzutage im Geschäft. So ist auch nicht verwunderlich, dass seit der Einführung 1992 die Zahl der beteiligten Betriebe in der niederländischen Geflügelwirtschaft auf fast 1.600 gestiegen ist. Das Qualitätssicherungssystem findet aber auch zunehmend im Ausland Anklang. Zahlreiche Betriebe in Belgien, Deutschland und Amerika haben sich ebenfalls der IKB angeschlossen.

Qualitätssicherung spielt in der Agrarwirtschaft eine bedeutende Rolle. Rechte und Verpflichtungen sind bis ins Detail festgeschrieben. Die Integrierte Kettenüberwachung (Integrale Keten Beheersing/IKB) ist das nationale Qualitätssicherungs-System in den Niederlanden.
Umfassende Informationen zu IKB
Um einen ausführlichen Einblick in das umfangreiche Qualitätssicherungs-System zu bieten, wird hier das niederländische IKB-System detailliert erläutert: über alle Stufen vom Zuchtbetrieb bis hin zum Abnehmer.
Alle Betriebe, die nach den Auflagen des niederländischen Qualitätssicherungs-Systems Integrierte Kettenüberwachung (IKB) wirtschaften, dürfen nur Futter von Futtermittelwerken einsetzen, die nach der Good Manufacturing Practice (GMP) arbeiten. Außerdem werden sie ausschließlich von Tierärzten betreut, die die Vorschriften der Good Veterinary Practice erfüllen. Auch die sogenannten Geflügel-Service-Betriebe, PSB, sind in das IKB-System integriert: Sie übernehmen im Auftrag von Geflügel haltenden Betrieben eine Reihe von Dienstleistungen. Hierzu zählen im Einzelnen das Impfen und Schnabelstutzen der Tiere, die Reinigung und Desinfektion der Stallanlagen, die Ungezieferbekämpfung in den Ställen sowie das Verladen der Tiere für den Transport zum Schlachthof.
Eine regelmäßige Reinigung und Desinfektion der Ställe ist selbstverständlich: Nach jedem Durchgang wird die Einstreu komplett ausgetauscht.