Rückverfolgbarkeit und Qualität gewährleistet

Die Integrierte Kettenüberwachung, kurz IKB, ist das landesweit einheitliche Qualitätssicherungs-System in den Niederlanden. Es sorgt für die Rückverfolgbarkeit und Qualität des niederländischen Hähnchenfleisches. Speziell für Geflügelfleisch gibt es IKB-KIP.

Bereits 1992 wurde das erste IKB-Zertifikat von der niederländischen Wirtschaftsgruppe für Geflügel und Eier (PPE) im Geflügelfleischsektor vergeben. Seitdem haben sich fast 1.900 Unternehmen in der Geflügelfleischwirtschaft in den Niederlanden, Europa und Amerika den Regelungen des Systems angeschlossen. Die stetig steigende Zahl der Mitgliedsunternehmen sowie die Qualität des Hähnchenfleisches bestätigen, dass die Integrierte Kettenüberwachung erfolgreich funktioniert.

Die Organisation von IKB-KIP ist seit Anfang 2014 neu strukturiert, da die Wirtschaftsgruppe für Geflügel und Eier ihre Arbeit aufgrund einer politischen Entscheidung Ende 2014 beendet. Wesentliche IKB-Aktivitäten wurden durch neue Stiftungen übernommen. So verantwortet und leitet die Stichting PLUIMNED das Qualitätssicherungs-System IKB-KIP und die Stichting AVINED verwaltet die IKB-Datenbanken. Die Gründungsmitglieder der in Houten ansässigen Institutionen sind neben NEPLUVI die Bauernverbände LTO-NOP, NVP und ANEVEI.


1 Lückenloses System

Die Integrierte Kettenüberwachung ist ein Qualitätssicherungssystem, das eine hochwertige, verantwortungsvolle Produktionsweise gewährleistet. Es umfasst lückenlos die gesamte Produktionskette von den Zuchtbetrieben (Großeltern- und Elternbetriebe), über die Brütereien und die Mästereien bis hin zu den Schlacht- und Zerlegungsbetrieben. Darüber hinaus sind Futterlieferanten, Tierärzte und dir Geflügel-Service-Betriebe in das System integriert. Geflügel-Service-Betriebe (holländisch: Pluimvee Service Bedrijven, PSB) übernehmen im Auftrag von Landwirten und Schlachtereien Dienstleistungen wie etwa das Verladen und Impfen von Tieren sowie Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten. Ziel der eigens für den Service-Bereich eingerichteten "IKB-PSB 2010" ist die weitere Eindämmung von Tierkrankheiten, Verbesserung des Tierwohlseins und der Hygienesituation in Geflügelställen.

2 Transparenz für hohe Sicherheit

Bei IKB-zertifizierten Betrieben ist die Rückverfolgbarkeit der Produkte bis zu ihrem Ursprung gewährleistet. Denn die Dokumentation aller an der Produktion beteiligten Unternehmen ist dank moderner EDV-Vernetzung transparent und lückenlos. Dabei werden u.a. Daten über die tierärztlichen Untersuchungen sowie die streng kontrollierte Medikamentenvergabe ausgetauscht. Diese Transparenz sorgt für eine hohe Produktsicherheit. Treten in einem Glied der Kette Mängel auf, ist die Fehlerquelle schnell erkannt und kann umgehend zielgerecht behoben werden.

3 Strenge Anforderungen

Die IKB-Bestimmungen sind streng. Sie konzentrieren sich auf die Ausstattung, die Lebensmittelsicherheit, das Tierwohl, Hygiene und das Management der Betriebe. So ist zum Beispiel nach jedem Mastdurchgang eine gründliche Reinigung und Desinfektion der Stallungen Pflicht. Auch müssen die Mitarbeiter pro Stall separate Schutzkleidung und spezielles Schuhwerk tragen. Die Betriebsleiter sind dazu verpflichtet, sich in Sachen Qualitätssicherung ständig weiterzubilden. Ein Verstoß gegen die IKB-Regeln führt zum sofortigen Entzug des Zertifikats.

4 Intensive Kontrollen unabhängiger Prüfer

Neben den betriebseigenen Qualitätskontrollen überprüfen unabhängige Instanzen die Einhaltung der IKB-Normen. Diese sind:

  1. Isacert

  2. VERIN

5 Beteiligung

Die Teilnahme am IKB-System ist für die Betriebe grundsätzlich freiwillig. Durch die Informationsvernetzung und Lieferverbindungen üben die Teilnehmer untereinander jedoch einen Beteiligungsdruck aus. Nur wer IKB-Mitglied ist, ist heutzutage im Geschäft. So ist auch nicht verwunderlich, dass seit der Einführung 1992 die Zahl der beteiligten Betriebe in der niederländischen Geflügelfleischwirtschaft auf fast 1.100 gestiegen ist. Das Qualitätssicherungssystem findet aber auch zunehmend im Ausland Anklang. Zahlreiche Betriebe in Belgien, Deutschland und Amerika haben sich ebenfalls IKB angeschlossen. Insgesamt gibt es rund 1.900 IKB-KIP-Mitglieder.


Qualitätssicherung spielt in der Agrarwirtschaft eine bedeutende Rolle. Rechte und Verpflichtungen sind bis ins Detail festgeschrieben. Die Integrierte Kettenüberwachung (Integrale Keten Beheersing/IKB) ist das nationale Qualitätssicherungs-System in den Niederlanden.

Umfassende Informationen zu IKB

Um einen ausführlichen Einblick in das umfangreiche Qualitätssicherungs-System zu bieten, wird hier das niederländische IKB-System detailliert erläutert: über alle Stufen vom Zuchtbetrieb bis hin zum Abnehmer.

Alle Betriebe, die nach den Auflagen des niederländischen Qualitätssicherungs-Systems Integrierte Kettenüberwachung (IKB) wirtschaften, dürfen nur Futter von Futtermittelwerken einsetzen, die nach der Good Manufacturing Practice (GMP) arbeiten. Außerdem werden sie ausschließlich von Tierärzten betreut, die die Vorschriften des niederländischen Qualitätssystems für Tierärzte (Pluimvee Service Bedrijven, www.geborgdedierenarts.nl) erfüllen. Auch die sogenannten Geflügel-Service-Betriebe, PSB, sind in das IKB-System integriert: Sie übernehmen im Auftrag von Geflügel haltenden Betrieben eine Reihe von Dienstleistungen. Hierzu zählen im Einzelnen das Impfen und Schnabelstutzen der Tiere, die Reinigung und Desinfektion der Stallanlagen, die Ungezieferbekämpfung in den Ställen sowie das Verladen der Tiere für den Transport zum Schlachthof.

Eine regelmäßige Reinigung und Desinfektion der Ställe ist selbstverständlich: Nach jedem Durchgang wird die Einstreu komplett ausgetauscht.


IKB-Kip stellt Anforderungen bezüglich der Qualität an verschiedene Partner in der Kette und an Lieferanten, so auch an die Geflügel-Servicebetriebe. Die Qualitätsniveau dieser Servicebetriebe ist über die Regelung IKB-PSB sichergestellt.

Die Regelung IKB-PSB enthält zwei Versionen:

·        Die niederländische Version (IKB-PSB 2010 mit der NEN 4400-Norm)

·        Die Version für das Ausland (IKB-PSB 2010 ohne die NEN 4400-Norm)

Der Grund dafür, dass es zwei Varianten gibt, liegt in der Tatsache, dass es im Ausland andere Regelungen bezüglich der Steuer- und Sozialversicherungspflicht gibt. In den Niederlanden ist der Geflügelhalter selbst zum Beispiel verantwortlich für die korrekte Bezahlung der Mitarbeiter seines Geflügel-Servicebetriebs. Über die NEN 4400-Norm wird die einwandfreie Einhaltung solcher Dinge durch den Geflügel-Servicebetrieb zum Teil abgedeckt.

Innerhalb von IKB-PSB werden sechs Aktivitäten unterschieden:

1.      Laden
2.      Desinfizieren
3.      Impfen
4.      Ungezieferbekämpfung
5.      Reinigen
6.      Schnabelbehandlung

Jeder IKB-Kip-Teilnehmer, der eine dieser sechs Tätigkeiten umsetzt, muss die IKB-PSB-Anerkennung haben. Niederländische IKB-Kip-Teilnehmer dürfen nur niederländische IKB-PSB-Betriebe beauftragen. Ausländische IKB-Kip-Teilnehmer (beispielsweise deutsche) können zwischen niederländischen und anderen IKB-PSB-Betrieben wählen. Der Unternehmenssitz des PSB-Betriebs ist dabei unwichtig.

Weitere Informationen haben wir auf der Website www.ikbkip.nl für Sie bereit gestellt.