02. Dezember 2016

Houten/Essen – Der Verband der Niederländischen Geflügelschlachtereien und Geflügelverarbeitungsbetriebe (NEPLUVI) äußert sich positiv über den konstant hohen Konsum von Geflügelfleisch in den Niederlanden. Auf Basis einer jüngst von der Universität Wageningen veröffentlichten Studie zum Fleischkonsum unseres Nachbarlandes zieht NEPLUVI eine gute Bilanz für den Geflügelsektor: Obwohl der allgemeine Fleischkonsum in den letzten Jahren rückläufig sei, sei der Verzehr von Geflügelfleisch kontinuierlich gestiegen und zuletzt auf dem hohen Niveau von 2014 geblieben. So lag der Pro-Kopf-Verzehr von Geflügel in den Niederlanden auch 2015 bei stattlichen 22,3 Kilogramm.

Der Pro-Kopf-Verzehr von Geflügelfleisch in den Niederlanden ist 2015 gegen den Trend stabil geblieben. Seit 2005 sank der Gesamtkonsum von Fleisch allgemein um fünf Kilogramm pro Kopf, während der Geflügelfleischverzehr vor allem in den Jahren 2005 bis 2009 stark zunahm und seither konstant auf dem vergleichbar hohen Niveau geblieben ist. Der Vorsitzende von NEPLUVI, Gert-Jan Oplaat, zeigt sich zuversichtlich, was die zukünftige Entwicklung des Geflügelfleischkonsums betrifft. „Hierzulande macht der Verzehr von Geflügelfleisch rund ein Drittel des gesamten Fleischkonsums von rund 75 Kilogramm pro Kopf aus. Das liegt sicher daran, dass Geflügel gut schmeckt, leicht bekömmlich ist und ebenso einfach wie vielseitig zuzubereiten ist. Andererseits sprechen aber auch rationale Argumente wie etwa ein kleiner CO2-Fußabdruck für den Verzehr von Geflügel, wie die Studie ebenfalls zeigt.“

Motive für das Konsumverhalten

Die Studie untersucht die Entwicklung des Fleischkonsums in der niederländischen Bevölkerung in den Jahren 2005 bis 2015 unter verschiedenen Aspekten. So lassen sich über die Jahre unterschiedliche Beweggründe hinsichtlich Art und Menge des Fleischverzehrs definieren. Neben geänderten Ernährungsgewohnheiten, die auf eine gesündere oder ausgewogenere Lebensart zielen, spielen auch Faktoren wie Nachhaltigkeit und Tierwohlsein zunehmend eine wichtige Rolle.

„Geflügelfleisch ist nach wie vor ausgesprochen beliebt. Ich sehe langfristig gute Chancen, in diesem Bereich zu wachsen“, ist Gert-Jan Oplaat überzeugt. „Beim CO2-Fußabdruck hat Geflügelfleisch gegenüber Schweine- und Rindfleisch vor allem wegen der guten Futterverwertung der Tiere einen ökologischen Vorteil. Zudem können wir durch den Einsatz effizienter Wärmerückgewinnungs- und Wärmespeichertechnologien in der Haltung den Energieverbrauch weiter verringern. Wir haben hier bereits einige energieneutrale Betriebe in den Niederlanden.“

Auch in Sachen Tiergesundheit tut sich einiges in unserem Nachbarland: Der niederländische Masthähnchensektor beispielsweise ist EU-weit Vorreiter in der Antibiotikareduzierung. Der Einsatz dieser Mittel ist dort seit 2009 um 71 Prozent gesunken.

Die niederländische Geflügelwirtschaft ist seit jeher Vorreiter auf Gebieten, die Voraussetzung für eine moderne und nachhaltige Wertschöpfung sind. Immer auf der Suche nach Optimierungspotenzialen arbeitet sie daran, den Sektor in Verantwortung für Mensch, Tier und Umwelt zukunftsfähig zu gestalten.
So ist die Branche gut aufgestellt, wenn der niederländische Lebensmitteleinzelhandel als Ergebnis einer gemeinsamen Entscheidung ab 2020 nur noch Fleisch aus nachhaltiger Erzeugung verkauft: In Abstimmung mit dem Handel hatte die Geflügelwirtschaft dazu ein Nachhaltigkeitsprogramm verabschiedet, das neue Kriterien für die gesamte Kette beinhaltet, wie beispielsweise den Einsatz langsam wachsender Rassen oder eine kleinere Besatzdichte. Und das Geschäft mit dem neuen Angebot läuft übrigens bereits jetzt – lange vor dem avisierten Termin – sehr gut. Der Anteil dieses Segments am gesamten in den Niederlanden verkauften Geflügelfleisch beträgt schon über 60 Prozent.

Imagekampagne fördert Absatz

Die Studie der Universität Wageningen, so NEPLUVI, zeige auch, dass Konsumenten ein wachsendes Interesse an der Herstellung und der Beschaffenheit von Lebensmitteln haben. Dem komme die neue Imagekampagne des Verbandes entgegen. Ihr Ziel: Transparent zu machen, welches Engagement der Geflügelsektor in Sachen Nachhaltigkeit oder Tierwohl und Tiergesundheit zeigt. „Ich glaube fest daran, dass wir unseren Konsumenten glaubhaft vermitteln können, wie viel Energie wir kontinuierlich in genau die Aspekte stecken, die ihnen wichtig sind“, so Gert-Jan Oplaat. „Dabei gehen neue Vorschriften oder Regelungen für mehr Nachhaltigkeit sehr oft auf eine Eigeninitiative der Betriebe zurück und über gesetzliche oder EU-Vorschriften hinaus. Der Konsument kann sich sicher sein, dass er Geflügel mit gutem Gewissen genießen darf.“