15. März 2019
Campylobacter-Bekämpfung in niederländischer Geflügelwirtschaft weiterhin erfolgreich

Houten/Essen – Der Verband der Niederländischen Geflügelschlachtereien und Geflügelverarbeitungsbetriebe (NEPLUVI) zeigt sich zufrieden über die weitere Entwicklung bei der Bekämpfung von Campylobacter. Der Ende 2018 erschienene Bericht des niederländischen Instituts für Gesundheit und Umwelt (Rijksinstituut voor gezondheid en milieu, RIVM) belege die – auch im europäischen Vergleich – bemerkenswert positive Situation in den Niederlanden, resümiert Mark den Hartog, stellvertretender Sekretär NEPLUVI. Dies sei das Resultat konsequenter Maßnahmen im Sektor.

Die Campylobacter-Bekämpfung hat in der niederländischen Geflügelwirtschaft einen hohen Stellenwert. Die Keime können bei Tieren oder in der Natur zum Beispiel in Oberflächenwasser vorkommen und sind die Ursache für Campylobacteriose und bakteriell bedingte Darminfektionen beim Menschen. Bei Geflügel können Campylobacter-Keime im Magen-Darmtrakt vorkommen, ohne dass die Tiere selbst erkranken. Inzwischen gab es sehr große Fortschritte bei der Bekämpfung von Campylobacter.

Laut RIVM-Bericht ist die Anzahl der durch Campylobacter verursachten Erkrankungen beim Menschen in 2017 um 13 Prozent im Vergleich zu 2016 gesunken. Auch im Jahresvergleich 2015 auf 2016 waren die verzeichneten Krankheitsfälle bereits um 12,9 Prozent zurückgegangen.

„Die Ausrichtung der Maßnahmenpläne, wie vor allem der Aktionsplan Campylobacter, war richtig und erfolgreich“, so Mark den Hartog von NEPLUVI. Der niederländische Geflügelsektor arbeitet schon seit Jahren an der wirkungsvollen Verringerung der Keime. Das Monitoring-Programm von NEPLUVI weist einen deutlichen Rückgang von stärker belasteten Schlachtkörpern pro Herde auf. So ist der Anteil dieser Schlachtendprodukte (>1.000 KbE/g) pro Herde seit 2009 von zehn Prozent auf fünf Prozent im Jahr 2015 halbiert worden. 

Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass neu entdeckte Quellen und Faktoren einen starken Einfluss auf den Rückgang von Campylobacter-Infektionen beim Menschen haben. Laut RIVM-Bericht gebe es Anzeichen dafür, dass die Zunahme der Fälle von Campylobacter-Infektionen beim Menschen bis 2011 und die Trendwende im Jahr 2012 mit dem starken Anstieg und dem anschließenden Rückgang der Verwendung von Magensäure-Inhibitoren während dieses Zeitraums zusammenhängen, so Mark den Hartog.

Die Verantwortlichen verfolgen einen ganzheitlichen und interdisziplinären Ansatz gemäß dem One-Health-Prinzip, um ursprünglich durch Tiere verursachte Infektionskrankheiten beim Menschen so wirkungsvoll wie möglich zu verhindern.