29. August 2018
Antibiotika-Einsatz im niederländischen Masthähnchensektor weiter gesenkt
Grafik – Der Antibiotika-Einsatz im niederländischen Masthähnchensektor ging von 2009 bis 2017 um ganze 74 Prozent zurück.

Houten/Essen – Der Jahresbericht 2017 der niederländischen Organisation für Tierarzneimittel (Autoriteit Diergeneesmiddelen, SDa) bescheinigt dem Masthähnchensektor des Landes eine beachtliche Reduzierung des Antibiotika-Einsatzes innerhalb eines Jahres um 7,8 Prozent im Vergleich zu 2016. Dies gibt der Verband der Niederländischen Geflügelschlachtereien und -verarbeitungsbetriebe (NEPLUVI) bekannt. Laut Angaben der SDa konnte der Gebrauch solcher Mittel im Zeitraum 2009 bis 2017 insgesamt um ganze 74 Prozent gesenkt werden. Damit ist der Masthähnchensektor im Vergleich zu anderen Sektoren in der Tierhaltung weiterhin Vorreiter bei der Antibiotika-Reduzierung.

 

Die niederländische Geflügelwirtschaft profiliert sich seit Jahren EU-weit als Pionier bei der Verminderung des Antibiotika-Gebrauchs. Die guten Resultate sind vor allem das Ergebnis eines speziellen Einsatzplanes im Sektor, der seit 2008 praktiziert wird. Dabei spielen vor allem Beratung, Dokumentation und Kontrolle in den Betrieben eine entscheidende Rolle. Die betreuenden Tierärzte dokumentieren den Einsatz von Antibiotika sorgfältig und übermitteln ihn an eine zentrale Datenbank. Experten kategorisieren die Informationen aus diesem Datenpool und werten sie aus. „Der Antibiotika-Einsatzplan hat bisher sehr gut funktioniert“, resümiert Gert-Jan Oplaat, Vorsitzender von NEPLUVI. „Aber das ist noch nicht alles, was der Sektor tut: Denn Tiergesundheit kann auch mit alternativen Maßnahmen gefördert werden. Das betrifft zum Beispiel eine gute Klimaführung in modernisierten Ställen, eine optimale Fütterung oder auch optimierte Bedingungen in den Brütereien.“ So arbeitet der niederländische Hähnchensektor nicht nur an der erfolgreichen Umsetzung des Antibiotika-Einsatzplans, sondern auch in anderen Stufen der Produktion kontinuierlich an Verbesserungen.