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01. August 2017
Paul van Boekholt, Hähnchenzüchter aus Hubbard: „Der Konsument wollte ein anderes Hähnchenangebot. Wir haben reagiert – mit Erfolg: ‚Das neue Hähnchen’ wird zum Standard!“

Houten/Essen – Wer heute frisches Hähnchenfleisch in niederländischen Supermärkten kaufen möchte, den erwartet ein gegenüber den letzten Jahren vollkommen verändertes Angebot: Zu finden ist vor allem Fleisch von Hähnchen, die nach Regelungen aus dem Konzept des „Kip van morgen“ („Hähnchen von morgen“) gehalten werden. Der Anteil von vorverpackten Hähnchen-produkten aus diesen neuen Konzepten liegt aktuell bereits bei über 70 Prozent* – so die Schätzung des Verbands der Niederländischen Geflügelschlachtereien und Geflügelverarbeitungsbetriebe (NEPLUVI).

Die meisten niederländischen Supermärkte haben ihr Hähnchensortiment inzwischen ganz auf ein neues, nachhaltiges Angebot umgestellt: „Das neue Hähnchen“ hat sich vor allem deshalb so erfolgreich und rasant im Handel etabliert, weil sich die gesamte Wertschöpfungskette für Nachhaltigkeit und Tierwohl zusammengetan hatte. Die Rahmenbedingungen für den innovativen Ansatz gingen dabei über die nationale und europäische Gesetzgebung hinaus. Zuchtbetriebe, Brütereien und Zulieferbetriebe entwickelten in Zusammenarbeit mit dem Lebensmitteleinzelhandel verschiedene neue, widerstandsfähige Hähnchenrassen.

Vom sogenannten Scharrel-Hähnchen über Bio-Hähnchen bis hin zum „Beter Leven“-Sternesiegel wurden unterschiedliche Initiativen realisiert. So bietet Albert Heijn das „Nieuwe Kip“ an, bei Jumbo ist das „Nieuwe Standaard Kip“ erhältlich und in anderen Märkten liegt das „Kip met Pluimgarantie“ („Hähnchen mit Feder-Garantie) im Regal.

Hähnchen auf Erfolgskurs

Die neuen Produkte kommen beim Verbraucher gut an. Der Verzehr von vorverpacktem Scharrel-Hähnchenfleisch wuchs zwischen 2010 und 2016 von etwa 4 auf 16 Prozent. Der Konsum-Anteil von Bio-Hähnchen ist bis 2016 auf 3,3 Prozent angestiegen. 62 Prozent der niederländischen Verbraucher bevorzugen Hähnchenfilet im Einkaufswagen. Die Favorisierung bestimmter Teilstücke bleibt dynamisch. Es ist eine kontinuierliche Zunahme beim Verzehr von Hähnchenschenkeln zu beobachten, die innerhalb eines Jahres von 3 auf 6 Prozent in 2016 stieg. Der Pro-Kopf-Verzehr von Geflügelfleisch lag 2016 in den Niederlanden bei 22 Kilogramm, 18 Kilogramm davon waren Hähnchenfleisch. 90 Prozent des verzehrten Geflügelfleisches werden im Supermarkt abgesetzt.**

Erfolgreiches Engagement kommunizieren


Der Wandel des konventionellen Hähnchenangebots in neue, nachhaltige Konzepte ist für die niederländische Geflügelwirtschaft mit hohem Aufwand verbunden. „Der gesamte Sektor hat mit außerordentlichem Engagement daran gearbeitet, die selbstgesteckten Ziele zu erreichen“, so die Zwischenbilanz von Gert-Jan Oplaat, Vorsitzender NEPLUVI. „Wir sind wirklich sehr erfolgreich bis jetzt. Aber wir ruhen uns nicht auf unseren Lorbeeren aus. Nachhaltigkeit und Tierwohl sind Themen, die immer aktuell bleiben. Zudem ist es uns ganz besonders wichtig, unsere Aktivitäten und Erfolge auch nach außen zu kommunizieren. Nur so kann die Branche die gesellschaftliche Akzeptanz erhalten, die ihr zusteht.“

Daher läutete der Sektor die zweite Runde seiner 2015 gestarteten nationalen Imagekampagne mit auffälligen Anzeigen und PR-Berichten in den wichtigsten niederländischen Tageszeitungen sowie breit gefächerten Online-Aktivitäten ein. Mit Protagonisten aus der Branche macht die Kampagne Meinungsbildner und Stakeholder in Politik und Gesellschaft sowie Konsumenten aufmerksam auf die Innovationskraft des Sektors und gewährt einen Blick hinter die Kulissen.

* Quelle: NEPLUVI 2017, www.kipinnederland.nl
** Quellen: kipinnederland.nl, 2016

 
01. August 2017
Dick Schieven, Geflügelmäster: „Es fühlt sich gut an, an der Initiative zur Verbesserung der Umwelt mitzuarbeiten.“

Houten/Essen – Nach dem Motto „Wir tun unser Bestes, um noch besser zu werden“ hatte der Verband der Niederländischen Geflügelschlachtereien und Geflügelverarbeitungsbetriebe (NEPLUVI) 2015 seine nationale Imagekampagne lanciert. Das Thema: Protagonisten aus dem Sektor präsentieren ihre tägliche Arbeit und ihr Engagement für Verbesserungen auf allen Ebenen wie Tierwohl, Umwelt und Nachhaltigkeit. Seit Mai läuft die zweite Welle der Kommunikationsaktivitäten mit aufmerksamkeitsstarken Anzeigen und Veröffentlichungen in den wichtigsten niederländischen Tageszeitungen und breiten Online-Aktivitäten an. Diese gewähren Meinungsbildnern und Stakeholdern in Politik und Gesellschaft sowie dem Konsumenten einen Blick hinter die Kulissen und zeigen so die Innovationskraft des Sektors.

In den letzten Monaten fokussierten sich die Kommunikationsaktivitäten auf die Themen „Das neue Hähnchen“, „Antibiotika-Reduzierung“ und „Energiegewinnung aus Gülle“. Drei entsprechende Anzeigenlinien werden in prominenten Zeitungen des Landes wie „Volkskrant“ und „Algemeen Dagblad“ geschaltet, daneben läuft eine Online-Kampagne mit Bannering und Aktivitäten auf LinkedIn. Die Internetpräsenz www.kipinnederland.nl vermittelt weiteren Background, News, Zahlen, Daten, Fakten sowie einen Film mit deutschem Untertitel dazu.

Geflügelbranche bewegt viel

„Seit Jahren steckt unser Sektor sehr viel Energie und Herzblut in die nachhaltige Verbesserung der Verhältnisse“, stellt Gert-Jan Oplaat, Vorsitzender NEPLUVI, fest. „Dabei gehen neue Vorschriften oder Regelungen oft auf eigene Initiative zurück und über gesetzliche Vorschriften hinaus. Umso wichtiger ist es, dass wir das publik machen und auf diese Weise informieren und aufklären.“ Die niederländische Geflügelwirtschaft kann sich im internationalen Vergleich mit Recht als Vorreiter in vielen Bereichen bezeichnen.

So war es eines der erklärten Ziele, ein widerstandsfähiges und starkes Küken zu etablieren. Hier kann der Sektor bereits eine gute Bilanz ziehen: Schätzungen von NEPLUVI gehen davon aus, dass aktuell die meisten niederländischen Lebensmitteleinzelhändler das konventionelle Angebot von frischem Geflügelfleisch durch neue Konzepte ersetzt haben. Der Anteil von vorverpacktem Hähnchen dieser Art ist enorm gestiegen und liegt jetzt bereits bei über 70 Prozent. Daneben stammten 2016 etwa 16,2 Prozent der Hähnchenprodukte aus Bodenhaltung und 3,3 Prozent aus biologischer Erzeugung. Der Anteil von herkömmlichem frischem Hähnchenfleisch ist somit beinahe unter 10 Prozent gesunken.*

Hähnchenzüchter Paul van Boekholt aus Hubbard ist Testimonial für die entsprechende Anzeige der Imagekampagne. Er sieht „Das neue Hähnchen“ als Antwort auf neue Ansprüche. „Um dem veränderten Verbraucherwunsch zu begegnen, haben wir neue Hähnchenrassen auf dem niederländischen Markt eingeführt. Das sind langsamer wachsende Hähnchen, sie sind widerstandsfähig und liefern ein gutes und leckeres Fleisch.

Auch bei der Reduzierung von Antibiotika innerhalb der letzten Jahre kann die Branche beachtliche Erfolge verzeichnen. So ist die Verwendung von Antibiotika im Masthähnchenbereich von 2009 bis 2016 um ganze 72 Prozent gesunken.** Für Hähnchenhalter Bart Janssen aus Drenthe – dem zweiten Anzeigen-Testimonial der Kampagne – ist das Wichtigste ein gesundes und starkes Hähnchen. Dafür sind auch das richtige Futter und gutes Stallklima entscheidend.

Die Aktivitäten zur nachhaltigen Verwertung von Hähnchenmist zur Energiegewinnung tituliert Hähnchenmäster Dick Schieven auf einem Anzeigenmotiv der Imagekampagne mit dem treffenden Slogan „Hähnchengülle – das gibt mir Energie!“„Wir können stolz sein auf das, was wir erreicht haben“, so Gert-Jan Oplaat. „Der Verbraucher erkennt positive Entwicklungen und honoriert sie durch wachsendes Vertrauen.“

* Quelle: NEPLUVI 2017, www.kipinnederland.nl
** Quelle: Bericht zum Antibiotika-Gebrauch bei Nutztieren 2016, Autoriteit Diergeneesmiddelen (SDa), 29. Mai 2017