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27. Oktober 2010

Das niederländische Qualitätssicherungs-System IKB-KIP wird seiner Vorreiterrolle einmal mehr gerecht. Mitte Oktober hat der zuständige Expertenrat beschlossen, das Veterinärwesen in das System zu integrieren. Alle Tierärzte, die IKB-Betriebe betreuen, müssen sich bis zum 01. Januar 2011 entsprechend zertifizieren lassen. Dabei verpflichten sich die Veterinäre unter anderem, den Einsatz von Antibiotika umfassend zu dokumentieren und die Daten an eine zentrale IKB-Datenbank zu übermitteln. Ausgewiesenes Ziel der niederländischen Geflügelwirtschaft ist es, die Tierhalter zu einem noch bewussteren Gebrauch solcher Mittel zu veranlassen und damit den Einsatz weiter zu senken. Bis 2011 will die Branche eine Reduktion von 20 Prozent im Vergleich zum Jahr 2009 erreichen, bis 2013 ist gar eine Verringerung von 50 Prozent anvisiert. Durch die Erfassung des Antibiotika-Einsatzes in einer zentralen Datenbank soll langfristig eine umfassende Kategorisierung möglich sein.     

 
27. Oktober 2010

Das Thema Nachhaltigkeit steht in der niederländischen Geflügelwirtschaft weit oben auf der Agenda. In der Vergangenheit wurden bereits innovative Haltungskonzepte wie beispielsweise Volwaard und Scharrel entwickelt und in die Praxis umgesetzt. Dabei will es die Branche aber nicht belassen. Im Auftrag des niederländischen Landwirtschaftsministeriums und unter Federführung des Instituts für Nutztierforschung an der Universität Wageningen hat der Sektor das Projekt „Pluimvee met smaak“ auf den Weg gebracht. Gemeinsam mit dem Endverbraucher wollen alle Beteiligten der Produktions- und Vermarktungskette zukunftsträchtige Haltungskonzepte für eine nachhaltige, integrierte Geflügelfleischproduktion entwikkeln, die in ihren Inhalten über das bisher Erreichte hinausgehen. Im Mittelpunkt stehen dabei weitreichende Standards in Sachen Tierwohlsein, ein hoher Tiergesundheitsstatus ohne den Einsatz von Antibiotika, noch geringere Umweltbelastungen als bislang und ein nachhaltiges ökonomisches Fundament. In sogenannten Konzept-Ateliers kommen derzeit Praktiker sowie Experten aus den verschiedenen Bereichen der holländischen Geflügelwirtschaft zusammen, um Ideen und Erfahrungen auszutauschen und schließlich gemeinsam tragfähige Haltungskonzepte zu entwickeln. 

 

 
19. Oktober 2010

In der niederländischen Geflügelwirtschaft gewinnt die nachhaltige Produktion von Hähnchenfleisch weiter an Bedeutung. Die Wirtschaftsgruppe für Geflügel und Eier (PPE) hat zu Beginn des Jahres mit verschiedenen anderen Wirtschaftsgruppen aus Landwirtschaft und Gartenbau ein Projekt zur Definition von konkreten und international vergleichbaren Nachhaltigkeits-Kriterien ins Leben gerufen, bei dem auch das Tierwohlsein ein wichtige Rolle spielt. Zudem wird der Geflügelsektor Anfang 2011 den "Nachhaltigkeits-Bericht 2010" veröffentlichen, der zukünftig jährlich erscheint und die entsprechenden Entwicklungen in der Geflügelwirtschaft dokumentiert und bewertet.

In der Praxis zeigt sich die Bedeutung des Themas in der intensiven Zusammenarbeit von Erzeugern, Geflügelfleischvermarktern und Tierschutzorganisationen. Ihre gemeinsame Zielsetzung: mehr Produkte aus tierfreundlicher Haltung in die Märkte zu bringen. Bei der Umsetzung neuer Konzepte arbeitet die Branche auch mit der nationalen Tierschutzorganisation Dierenbescherming zusammen. Marijke de Jong, Beraterin dort, erklärt: „Wir haben festgestellt, dass ein Engagement allein auf politischer Ebene nicht ausreicht, um die Themen Tierschutz und Tierwohlsein weiter voranzubringen. Also haben wir uns dazu entschlossen, eng mit Landwirten und der Industrie zusammenzuarbeiten." Und das funktioniert: Ein konkretes Erfolgsbeispiel ist die Entwicklung des sogenannten Scharrel-Konzepts – ein weiteres Segment zwischen Bio und konventioneller Haltung, das der Geflügelfleischvermarkter Plukon Royale, das niederländische Einzelhandelsunternehmen Albert Heijn und die Tierschutzorganisation Dierenbescherming gemeinsam einführten: Die langsam wachsenden Hähnchen werden bei geringer Besatzdichte mindestens 56 Tage gemästet. Zur Förderung der natürlichen Verhaltensweisen stehen Strohballen und eingestreute Weizenkörner in Ställen mit überdachtem Freilauf zur Verfügung. Zurzeit arbeitet der Sektor an weiteren Projekten, die das Zwischensegment bedienen sollen.