Höchstmaß durch Produktsicherheit durch IKB
In den niederländischen Schlachtunternehmen werden jährlich rund 300 Millionen Masthähnchen gemäß den Auflagen des nationalen Qualitätssicherheitssystems IKB-KIP geschlachtet. Die Branche hat sich also in Sachen Produktqualität- und sicherheit sehr gut positioniert.
Fast Food belebt das Geschäft
95 Prozent ihres Umsatzes machte die Heijs Group im letzten Jahr im Ausland, 30 Prozent allein davon in Deutschland. Das Familienunternehmen beliefert hierzulande unter anderem eine große Fast Food-Kette, die auf Hähnchenfleisch spezialisiert ist.
In der holländischen Geflügelwirtschaft steht das Thema Nachhaltigkeit weit oben auf der Agenda. Die niederländische Wirtschaftsgruppe für Geflügel und Eier hat jetzt gemeinsam mit verschiedenen anderen Wirtschaftsgruppen aus den Bereichen Landwirtschaft und Gartenbau ein ehrgeiziges Projekt in Angriff genommen.
Gemeinsam will man ausloten, welche Nachhaltigkeits-Aspekte in der Branche Berücksichtigung finden müssen. Geklärt werden soll dabei unter anderem, ob neben dem Schutz von Boden, Wasser, Luft und Biodiversität auch das Tierwohlsein mit einzubeziehen ist. Ausgewiesenes Ziel ist es, eine einheitliche Betrachtungsweise und Definition für Nachhaltigkeit im Sektor zu entwickeln, die auch eine internationale Vergleichbarkeit ermöglicht.
Erste Ergebnisse des Projekts werden gegen Ende des ersten Quartals 2010 erwartet. In einem zweiten Schritt will man Perspektiven im Sinne der Nachhaltigkeit definieren. Dabei präsentiert sich der Geflügelsektor schon heute mit einer vergleichsweise guten CO2-Bilanz.
Die niederländische Geflügelwirtschaft agiert auch nachhaltig in Sachen Abfall-Verwertung: So ging 2008 im holländischen Moerdijk die weltweit größte Biomasseanlage für die Verarbeitung von Hühnermist, die sogenannte Biomasse-Zentrale (BMC), in Betrieb. Ein zukunftsweisendes Projekt, denn Geflügelmist ist eine sehr gute Bioenergie-Quelle mit einem hohen Brennwert. Die hochmoderne Anlage hat eine Leistung von 36,5 Megawatt in der Stunde. Im vergangenen November erzielte BMC mit 25.300 Megawatt ihre bislang höchste Monatsleistung. „Der Spitzenwert belegt, dass diese Art der Energieerzeugung funktioniert und konkurrenzfähig ist“, sagt Bart Jan Wulfse, Direktor der Mistabsatz-Kooperation DEP, im holländischen Magazin Pluimveehouderij (Februar 2010).
In der DEP sind mehr als 600 Geflügelhalter organisiert, die den Rohstoff für die Biomasse-Zentrale liefern. Jährlich werden in dem hochmodernen Werk rund 400.000 Tonnen Hühnermist verarbeitet. Reststoffe fallen dabei kaum an. Die übrigbleibende Asche kommt bei der Herstellung von Kunstdünger zum Einsatz. Mittlerweile versorgt die Biomasse-Zentrale etwa 90.000 niederländische Haushalte mit Strom.
In den kommenden Jahren dürfte der Mistüberschuss in den Niederlanden aufgrund der für 2012 vorgesehenen Verschärfung der Phosphat-Normen weiter ansteigen. Vor diesem Hintergrund bietet die energetische Nutzung von Geflügelmist interessante Perspektiven.
Die niederländischen Verbraucher stellen beim Konsum von Geflügelfleisch erneut einen Rekord auf. Der Pro-Kopf-Verbrauch stieg 2009 auf 23,1 Kilogramm – gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 500 Gramm. Hähnchenfleisch rangiert in der Gunst unserer Nachbarn weit oben. Im vergangenen Jahr verzehrte jeder Niederländer durchschnittlich 19 Kilogramm Hähnchenfleisch. Das sind 600 Gramm mehr als 2008.
Eine Rekordmarke erreichte die niederländische Branche auch bei der Geflügelfleischproduktion. Das Schlachtvolumen stieg im letzten Jahr auf 767.000 Tonnen (2008: 746.000 Tonnen). Ein deutliches Wachstum verzeichnen die Marktforscher bei der Hähnchenfleischerzeugung. Das Produktionsvolumen stieg auf 721.000 Tonnen – im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von drei Prozent.
Die niederländische Wirtschaftsgruppe für Geflügel und Eier hat die Position des sogenannten Salmonellen-Experten neu geschaffen. Der seit Anfang diesen Jahres tätige Fachmann steht den Masthähnchen-Betrieben des Landes bei der effizienten Salmonellenbekämpfung mit Rat und Tat zur Seite. Der Experte betreut in erster Linie Betriebe, die noch Probleme mit dem Salmonellen-Serotyp Java haben. Dieser Erreger zählt nicht zu den fünf von der Europäischen Union als für den Menschen kritisch eingestuften Salmonellen-Typen.
Die niederländische Geflügelwirtschaft hat sich jedoch zum Ziel gesetzt, auch die für die menschliche Gesundheit ungefährlichen Erreger auf ein Minimum zu reduzieren. Deshalb gelten seit Anfang des Jahres unter anderem strenge Auflagen für die Reinigung und Desinfektion von Mastställen in Betrieben, die mit dem Salmonellenserotyp Java noch Schwierigkeiten haben. Außerdem wurden dort die erforderlichen Leerstand-Zeiten der Ställe verlängert.
Die niederländische Geflügelwirtschaft nimmt bei der Salmonellenbekämpfung in Europa ohne Frage eine Vorreiterrolle ein. Das belegen auch die Ergebnisse des von der Wirtschaftsgruppe durchgeführten Salmonellen-Monitorings für das erste Halbjahr 2009. So übertreffen die Betriebe des Landes die Auflagen der Europäischen Union zur Reduzierung des Salmonellenvorkommens in der Hähnchenmast.