Geschlechtertrennung auf Zeit
Im Quality-Time-Stall haben Masthähnchen-Elterntiere nur nachmittags Gelegenheit zur Paarung. Das führt zu deutlich höheren Befruchtungsraten.
2 Sisters Storteboom treibt Frischegeschäft voran
Nach der Übernahme durch die englische 2 Sisters Food Group will der Geflügelfleischvermarkter seine Position in Europa weiter ausbauen.
Eine Expertengruppe des niederländischen Qualitätssicherungs-Systems IKB-KIP und Vertreter der holländischen Futtermittelindustrie haben kürzlich weitere Maßnahmen zur effektiven Salmonellenbekämpfung beschlossen. So werden demnächst die Ergebnisse der Salmonellenuntersuchungen in der Produktionskette und die aus der Mischfutterherstellung miteinander verknüpft. Die Futtermittelbranche arbeitet bereits seit Jahren gemäß den Richtlinien des Qualitätssicherungs-Standards Good Manufacturing Practice (GMP+). Dieser Standard gewährleistet ein Höchstmaß an Produktsicherheit. Im Zuge der getroffenen Vereinbarungen ist unter anderem eine Verknüpfung der in den beiden Sektoren etablierten Datenbanken vorgesehen. So können etwaige Salmonellenkontaminationen in Futtermitteln unverzüglich ermittelt und entsprechende Maßnahmen in den Mastbetrieben, wie etwa die Reinigung und Desinfektion der Fütterungsanlagen, eingeleitet werden. Die niederländische Geflügelbranche hat bereits vor Jahren den "Aktionsplan Salmonellen und Campylobacter" etabliert. Im Zuge dessen wurden Zoonoseerreger in allen Stufen der Erzeugungs- und Verarbeitungskette auf ein Minimum reduziert. Die für die menschliche Gesundheit kritischen Erreger Salmonella typhimurium und enteritidis werden im Rahmen des Monitorings mittlerweile so gut wie nicht mehr nachgewiesen. Auch bei der Bekämpfung der als ungefährlich eingestuften Salmonella Java-Erreger macht der Sektor große Fortschritte.
Die niederländische Geflügelwirtschaft hat in diesem Jahr wieder weitere große Schritte in Richtung einer nachhaltigen Produktion gemacht. So stellte der Sektor erstmals einen Jahresbericht zur unternehmerischen Verantwortung gegenüber der Gesellschaft (Maatschappelijk verantwoord Ondernemen, MVO) vor. Die Ergebnisse des Dokuments zur Corporate Social Responsibility basieren auf einer umfassenden Bestandsaufnahme zum Thema Nachhaltigkeit in allen Stufen der Erzeugungs- und Verarbeitungskette. Der Bericht macht unter anderem deutlich, wie wichtig Tierwohlsein mittlerweile in der Geflügelmast ist. Die Branche hat bereits verschiedene neue Segmente eingeführt, die zwischen Bio und konventionell angesiedelt sind. Dabei stehen Haltungsbedingungen im Mittelpunkt, die den natürlichen Verhaltensweisen der Tiere gerecht werden. Die Niederlande stellen damit einmal mehr ihre Vorreiterrolle in Europa unter Beweis, denn auch in Deutschland und anderen Ländern setzen die Geflügelfleischvermarkter seit kurzem auf entsprechende Konzepte. Der Geflügel- und Eiersektor arbeitet derzeit an den Nachhaltigkeits-Zielsetzungen, die bis 2020 erreicht werden sollen. Dabei loten die zuständigen Gremien auch aus, mit welchen konkreten Maßnahmen sich diese ehrgeizigen Ziele erreichen lassen.
Den Erfordernissen des Marktes Rechnung tragend, arbeitet die niederländische Geflügelwirtschaft kontinuierlich an der Weiterentwicklung des nationalen Qualitätssicherungs-Systems IKB-KIP. So hat die zuständige Wirtschaftsgruppe für Geflügel und Eier (PPE) kürzlich einen sogenannten Koppel-Passport, auf deutsch "Herden-Pass" in das System integriert. Dieser wird ab dem 1. Januar 2012 für IKB-KIP-zertifizierte Betriebe verpflichtend. Als Schnittstelle zwischen Brütereien und Mastbetrieben sorgt der Koppel-Passport in den beiden Stufen für ein Höchstmaß an Transparenz. Das Dokument enthält eine Reihe von Informationen über die Qualität der Eintagsküken, die auch zur Optimierung des Managements in der Hähnchenmast beitragen. Darüber hinaus können die betreuenden Veterinäre bei ihrer Arbeit auf die Daten zurückgreifen. Dank des optimierten Informationsflusses zur Eintagsküken-Qualität hilft das Dokument auch, den Antibiotikaeinsatz in der Mast weiter zu senken. Die niederländische Veredlungswirtschaft hat sich zum Ziel gesetzt, den Antibiotikagebrauch bis Ende 2011 um 20 Prozent im Vergleich zu 2009 zu reduzieren. Mithilfe weitreichender Maßnahmen hatte der holländische Masthähnchensektor diesen Wert bereits vergangenes Jahr annähernd erreicht. Der Sektor hat mit dem Koppel-Passport zudem ein weiteres wichtiges Instrument geschaffen, welches dazu beiträgt, dass das Qualitätssicherungs-Systems IKB-KIP länderübergreifend eine hohe Anerkennung genießt.
Die Umsatzkurve im Geschäft mit Geflügelfleisch zeigt seit geraumer Zeit nach oben. Nach Erhebungen der GfK erlöste der deutsche Lebensmitteleinzelhandel mit weißem Fleisch in den ersten neun Monaten dieses Jahres insgesamt 1,2 Milliarden Euro. Das ist eine Steigerung von drei Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Von dieser erfreulichen Entwicklung profitieren auch die niederländischen Geflügelfleischvermarkter. Vor allem die Lieferanten von frischem Hähnchenfleisch können sich über einen überdurchschnittlichen Umsatzzuwachs freuen. Die Nürnberger Marktforscher konstatieren hier für die ersten drei Quartale im Handel ein wertmäßiges Plus von sechs Prozent auf knapp 546 Millionen Euro. Für das gesamte Hähnchenfleisch-Segment steht ein Umsatz von 767 Millionen Euro zu Buche. Das entspricht einer Erlössteigerung von ebenfalls sechs Prozent. Auf Absatzseite verzeichnet der Lebensmitteleinzelhandel in den ersten neun Monat im Vergleich zur Vergleichsperiode ein leichtes Minus von 0,8 Prozent auf rund 84.200 Tonnen. Dieser Rückgang ist auch auf die nicht befriedigende Grillsaison 2011 zurückzuführen. Nach wie vor auf der Erfolgsspur ist hingegen frisches Hähnchenfleisch. Der mengenmäßige Marktanteil stieg im Laufe des Jahres kontinuierlich an und betrug im dritten Quartal 47,6 Prozent.